Wir erweiter(ten) unseren Horizont

Einige von Euch haben vielleicht vor langer langer Zeit, muss so im September gewesen sein, mal einen Facebook Post von uns gesehen auf dem wir fleißig studierend mit rauchenden Köpfen an einem Tisch mit viel Papier und Büchern sitzen. Wir haben dazu auch eine Auflösung versprochen, die folgt JETZT wenn auch etwas verspätet!

Wir haben in der letzten Zeit nicht nur Fun-Dives gemacht, sondern eben auch Kurs-Tauchgänge. Wir nutzten unseren „erzwungenen Urlaub“, oder besser “aus Mangel an Arbeit “arbeitsfreie Zeit“ genannt, auch dazu unsere taucherischen Fähigkeiten wieder einmal zu erweitern und uns im technischen Tauchen weiterzubilden. So haben wir beim Blue Ocean Dive Club hier in Dahab zwei Tauchkurse begonnen. Tom als unser Instruktor und seiner Frau Nicky, eine erfahrene Trimix Taucherin haben viel Geduld mit uns bewiesen. Nicht wegen mangelnden Fähigkeiten unsererseits, sondern eher weil sich die Kurse über eine gute Weile, aus verschiedensten Gründen, hingezogen haben. LetztENDLICH haben wir unsere Zertifizierungen als „Advanced Nitrox Diver“ in Kombination mit dem „Decompression Procedures Diver“ Anfang Dezember stolz wie Bolle erhalten.

HHHÄÄÄÄ???? Ah!!!!!! Ach so!  Also – das bedeutet ganz einfach wir dürfen jetzt Nitrox, von 21% bis 100%, also bis reinem Sauerstoff, als Dekompressiongase benutzen und dekompressionpflichtige Tauchgänge bis 45 Meter machen. Es ist ein ganz neues Gefühl des Tauchens, es geht nicht nur tiefer und länger, sondern auch mit anderem und vor allem mehr Equipment ins Wasser. 

Wir benutzen für diese technischen Tauchgänge nun eine Wingblase, ein Stahlbackplate mit Harness/Begurtung montiert auf eine „Doppel 12“. Das sind zwei, durch eine sogenannte Brücke miteinander verbundenen, 12 Liter Stahltanks. Normalerweise führt man in den Doppeltanks das sogenannte Bottomgas mit sich, bei uns ist das normale Luft. Wir haben damit also genug Luftvorrat für einen ausgedehnten Tauchgang. Je nachdem wie tief wir unseren Tauchgang planen, und abhängig von den Dekompressionsstufen, führen wir noch einen 12 Liter Stagetank, in der Regel 50% Nitrox, als sogenanntes Dekogas mit uns. Wir können damit die Zeit die wir dekompremieren müssen ein wenig verkürzen, indem wir auf einer Tiefe von 21 Metern auf den Stagetank wechseln. Als Sahnehäubchen nach so richtig langen, tiefen Tauchgängen dürfen wir ab einer Tiefe von 6 Meter und flacher auch reinen Sauerstoff aus einen zusätzlichen kleinen 6 Liter Tank benutzen, um noch mehr Stickstoff vor dem Auftauchen abzuatmen.

Auch ist die Tauchgangsplanung und -vorbereitung viel umfangreicher. Es wird immer ein genauer Tauchplan mit einer speziellen App erstellt, den Frau/Mann dann beim Tauchgang auf einer Schreibtafel notiert am Arm befestigt hat. Dieser beinhaltet Abstiegszeit, Maximaltiefe, Grundzeit und die Aufstiegszeit mit den Stopps in verschiedenen Tiefen und die Gaswechsel. Auch wird der Atemgasverbrauch inklusive eventueller Notfälle und die daraus resultierende erforderliche Gasmenge berechnet. Außerdem sollte jeder Taucher zwei Computer haben – und logo – es gibt natürlich einen Plan B …

Selbstverständlich, das habt ihr ja vielleicht auf dem Bild gesehen gab es ausführliche Theorieeinheiten in Physik, Physiologie, Tauchtabellen und Computern, Tauchgangsplanung, Equipment, Notfallverfahren und selbstredend dem Schwerpunkt auf dem Thema Dekompressionstheorie.

Beim Wassertraining liegt ein Hauptaugenmerk auf der Intensivierung von Fertigkeiten wie perfekter Trim, Haltung/Tarierung und verschiedener Flossenschlagtechniken. Dazu gehören unter anderem rückwärts tauchen oder sich auf der Stelle drehen, der sogenannte Helicopter Turn – hey ohne die Tarierung/Tiefe zu verlieren. Perfektes beherrschen der Notfallabläufe, wie z.B. das Zudrehen der einzelnen Ventile oder der, die Tanks verbindenden Brücke muss man im Schlaf können, falls ein Mittel- oder Hochdruckschlauch oder ein Dichtungsring kaputt geht. Ein korrekter Gaswechsel mit der strikten Einhaltung der exakten Tiefe ist essentiell für die Sicherheit solcher Tauchgänge, deshalb haben wir das geübt-geübt-geübt und wir haben es angemessen gemeistert.

Logisch gehörte zum Kurs das Üben einer „No Air Situation“ mit dem Longhose Atemregler oder auch das Setzen der Oberflächenboje aus 30 – 40m Tiefe, und einem anschließendem Aufstieg ohne Maske an der Bojenleine. Ihr fragt euch wie das gehen soll? Mit Hilfe eines Doppelkarabiners, den man immer im gleichen Abstand nach oben verschiebt kann man die zurückgelegte Distanz des Aufstiegs auch blind einschätzen und durch abzählen einer Minute auch die Aufstiegsgeschwinndigkeit. Natürlich probiert man das vorher mit Maske aus und kennt dann die Distanz, und weiß dadurch wie oft man den Doppelkarabiner beim Aufstieg für eine bestimmte Strecke verschieben muss.

Ihr merkt schon, SAFETY FIRST ist die Grundlage dieses Kurses und wir fühlen uns jetzt noch sicherer, noch besser vorbereitet und mit mehr Wissen ausgestattet für ALLE unsere taucherischen Aktivitäten, ob bei der  Ausbildung von Schülern als Tauchlehrer*in, beim technischen Tauchen oder Fun Dive mit Mono-Tank – was laut unserem Instruktor Tom ja immer ein Rückfall bzw. -schritt bedeutet  =;-) 

Alles in allem ein megainteressanter Tauchkurs mit zwei super professionellen und netten Menschen und ein fantastisches neues Taucherlebnis, das ganz viel Spaß gemacht hat. 1000 Dank nochmal an Tom Und Nicky!